Piraten-Shirts


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Piraten in Somalia

Statt Augenklappe tragen sie ein modisches Shirt. Und das Maschinengewehr hat längst den Enterhaken ersetzt. Das Erscheinungsbild der modernen Piraten von Somalia entspricht nicht mehr den gängigen Seeräubergeschichten vergangener Zeiten, wie sie aus Büchern und Filmen geläufig sind.

Mit und ohne T-Shirt gehören die somalischen Piraten zu den gefährlichsten der Welt und versetzen die Seeleute in Angst und Schrecken. Sie bevorzugen kleiner Schiffe, deren Bordwände nicht zu hoch und daher leichter zu entern sind als die Ozeanriesen.

Warum ist gerade Somalia eine Hochburg der Piraterie? Seit 1991 gibt es in dem ostafrikanischen Land praktisch keine Regierung mehr. Stattdessen haben die zahlreichen Stammesfürsten das Sagen und bestimmen über ihre Untertanen. Die Armut ist unvorstellbar groß und Piraterie ist für viele junge Männer oft die einzige Chance auf ein besseres Leben. Im Land selbst gibt es keine Arbeit, so dass viele sich nicht einmal ein zweites T-Shirt zum Wechseln leisten können.

Von der Existenz somalischer Seeräuber erfuhr die Weltöffentlichkeit zum ersten Mal 1995. Die Seeräuber beschossen mit Granatwerfern Handelsschiffe in somalischen Häfen. Erst später brachten die Piraten auch Schiffe auf See auf. Inzwischen ist die Seeräuberei zum Alltag vor Somalias Küsten geworden. Aus Angst vor Überfällen wagen sich nicht einmal mehr die Schiffe der Hilfsorganisationen in die Häfen Somalias, denn selbst vor den Hilfsgütern, die für die notleidende Bevölkerung bestimmt sind, machen die Piraten nicht Halt. Sie misshandeln die Seeleute und rauben Lebensmittel, Medikamente und Kleidung wie Jeans und T-Shirts. Ein großer Teil der geraubten Waren wird teuer verkauft. Der Rest ist für den eigenen Gebrauch bestimmt, um bei nächster Gelegenheit in einem neuen Shirt und ausgestattet mit einer Kalaschnikow, das nächste Schiff zu entern.

Allein 2009 wurden vor der somalischen Küste rund 200 Schiffe angegriffen. Zeitweise befanden sich 200 Menschen in der Gewalt der Piraten. Das leicht und schnell verdiente Geld lockt weitere junge Somalis an. Viele sind so verzweifelt, dass sie bereit sind, ihr letztes Shirt zu geben, nur um als Pirat "arbeiten" zu dürfen.

Da mittelfristig keine Aussicht auf Besserung für das geschundene Land besteht, wird es auch zukünftig nicht am Nachwuchs für die modernen Piraten mangeln.

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